Bei Ausgrabungen an der Grabeskirche in Jerusalem wurden antike Pflanzenreste, darunter Oliven und Weinreben, gefunden, die auf landwirtschaftliche Aktivitäten vor langer Zeit hindeuten.
Professor Francesca Stasolla von der Universität Sapienza erklärte, dass diese Funde wahrscheinlich auf die Zeit zurückgehen, als das Gebiet für den Abbau von Steinbrüchen, dann für die Landwirtschaft und später als Begräbnisstätte in der Römerzeit genutzt wurde.
Umfangreiche Restaurierung deckt historische Schichten auf
Die Ausgrabung ist Teil der ersten großen Restaurierung der Kirche seit fast 200 Jahren. Neben Pflanzenresten haben die Archäologen auch Artefakte wie Keramik, Metallgegenstände und Glaswaren gefunden. Einige Stücke stammen sogar aus der Eisenzeit, was die lange Geschichte und die religiöse Bedeutung des Ortes unterstreicht.
Die Kirche wurde erstmals 326 n. Chr. erbaut und mehrfach umgebaut, insbesondere nachdem sie 1009 n. Chr. vom islamischen Herrscher al-Hakim bi-Amr Allah zerstört worden war. Die heutige Kirche ist größtenteils ein Wiederaufbau der Kreuzritter aus dem 12. Jahrhundert, enthält aber auch architektonische Elemente aus dem vierten Jahrhundert.
In allen gemeinsam genutzten Bereichen der Kirche, die verschiedenen religiösen Gruppen offen stehen, finden Ausgrabungen statt. Ziel dieser Bemühungen ist es, archäologische Informationen zu sammeln, um besser zu verstehen, wie sich die Stätte zu einem wichtigen Ort für christliche Gottesdienste und Pilgerfahrten entwickelt hat.
Fortlaufende Ausgrabungen erwartet
Die Forschungen sind noch nicht abgeschlossen, und die Archäologen erwarten weitere Entdeckungen in zukünftigen Phasen. Stasolla erklärte, dass das Ziel darin besteht, Informationen zu sammeln, die unser Verständnis der Geschichte Jerusalems verbessern, insbesondere wie einige städtische Gebiete zu wichtigen christlichen Stätten wurden.
Ihr wies auch darauf hin, dass die Archäologie dazu beiträgt, echte historische Erkenntnisse zu gewinnen und nicht nur religiöse Interpretationen. Die Entdeckungen geben Aufschluss darüber, wie die Gegend im frühen ersten Jahrhundert ausgesehen haben könnte, und liefern einen sachlichen Hintergrund für die Veränderungen im Laufe der Zeit.
Mit der Fortsetzung der Ausgrabungen hoffen die Forscher, weitere Beweise zu finden, die die unterschiedlichen Nutzungen der Stätte im Laufe der Geschichte erklären. Die bisherigen Funde haben bereits dazu beigetragen, die Mischung aus religiöser Tradition und historischem Wandel in Jerusalem zu verstehen.