Die jüngste Untersuchung des Falles Lucy Letby hat deutlich gemacht, dass der britische Nationale Gesundheitsdienst einer stärkeren Rechenschaftspflicht bedarf.
Letby, eine ehemalige Krankenschwester, wurde für die Ermordung von sieben Neugeborenen und den Versuch, sieben weitere zu ermorden, im Countess of Chester Hospital in Großbritannien verurteilt. Der Fall warf ein Schlaglicht auf schwerwiegende Mängel im Gesundheitssystem, da ihre Taten trotz zahlreicher Warnzeichen unbemerkt blieben.
Angehörige der Gesundheitsberufe setzen sich für stärkere gesetzliche Rahmenbedingungen und Bildungsinitiativen ein, um sicherzustellen, dass NHS-Manager in vollem Umfang für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen werden. Dazu gehört auch die Forderung nach umfassenderen Untersuchungen von Vorfällen und deutlicheren Konsequenzen für diejenigen, die für fahrlässig befunden werden.
Regulierung von NHS-Managern: ein Aufruf zum Handeln
In dem kürzlich veröffentlichten Konsultationsdokument werden die Beteiligten aufgefordert, sich zur Regulierung von NHS-Managern zu äußern.
Die Sicherstellung einer starken und rechenschaftspflichtigen NHS-Führung wird entscheidend sein, um einen kaputten NHS zu reparieren und unsere Gesundheitsmission zu erfüllen
Wes Streeting, Minister für Gesundheit und Soziales
Das Dokument untersucht die Möglichkeit, Personen, die sich eines schweren Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, von ihren Aufgaben auszuschließen und erwägt die Einrichtung eines obligatorischen Berufsregisters, um die Rechenschaftspflicht zu stärken.
Das Dokument bittet auch um Stellungnahme zu der Frage, ob Ausbildungs- oder Qualifikationsstandards für Manager festgelegt werden sollten. Ziel ist es, klare Richtlinien für die berufliche Entwicklung, den Schulungsbedarf und die Rechenschaftspflicht von Managern aufzustellen.
Angesichts von öffentlichkeitswirksamen Kontroversen wie dem Skandal um infiziertes Blut plädieren Gesundheitsbeamte für eine neue gesetzliche Pflicht zur Offenheit, die Führungskräfte im Gesundheitswesen rechtlich dafür verantwortlich machen würde, umgehend und effektiv auf Bedenken hinsichtlich der Patientensicherheit zu reagieren.
Bei dem Skandal um infiziertes Blut ging es um Tausende von Menschen, vor allem Bluter, die in den 1970er und 1980er Jahren aufgrund von Versäumnissen bei der Untersuchung und Benachrichtigung der Patienten mit HIV und Hepatitis C verseuchte Blutprodukte erhielten.
Die Pflicht zur Offenheit ist eine britische Rechtsvorschrift, die sicherstellt, dass Gesundheitsdienstleister ehrlich zu den Patienten sind, wenn etwas schief läuft. Sie müssen die Betroffenen über den Schaden informieren, sich entschuldigen und erklären, was passiert ist.
Eine Kultur der Verantwortlichkeit
Die Überprüfung der Offenheitspflicht im Gesundheitswesen hat ergeben, dass viele Mitarbeiter zögern, die derzeitige Pflicht zu befolgen, weil sie befürchten, dass damit Schuld und Haftung verbunden sind, was zu schwerwiegenden Folgen für die Patientenversorgung führen könnte.
Eine starke und rechenschaftspflichtige Führung des NHS ist von entscheidender Bedeutung, um systemische Probleme anzugehen und die Ziele der Gesundheitsmission der Regierung zu erreichen.
Indem sie Rechenschaftspflicht und Transparenz in den Vordergrund stellen, fördern die Angehörigen der Gesundheitsberufe den gegenseitigen Respekt und ermöglichen eine effektive Zusammenarbeit mit Patienten und Gemeinden, um die Gesundheitsergebnisse zu verbessern.